reflections

allgemeines

Erdteil: Nordostafrika
Offizieller Name: Jumhuriyah Misr al-’Arabiyah (Arab Republic of Egypt)
Staatsform: Präsidiale Republik seit 1953 mit strikter trennung von Religion und Staat (Verfassung von 1971, die Prinzipien der Scharia,desislamischen Rechts, mit einbezieht)
Staatsführung: Präsident (Mohammed Hunsi Mubarak, seit 1981)
Regierungsführung: Premierminister (Atif Mohammed, seit 1999)
Politisches System: Wahlpflicht ab 18 Jahren. 444 Abgeordnete des Parlaments werden alle 5 Jahre frei gewählt, 10 Abgeordnete vom Staatsoberhaupt ernannt. Das Staatsoberhaupt wird jeweils für 6 Jahre vom Parlament nominiert und vom Volk bestätigt. Der Präsident ernennt den Ministerpräsidenten, sowie Kabinettsmitglieder , Gouverneure, hohe Richter und Offiziere.
Regierungsparteien: National-Demokratische –Partei (NDP)
Landesfläche: 1.001.449 km², davon 995.450km² Land- und 6000 km² Wasserfläche, 96% Wüste
Ausdehnung: N-S 1050 km, W-O 1100km
Landesgrenzen: insgesamt 2689 km²
Grenzländer: Gazastreifen (11 km), Israel (255 km), Libien (1150 km), Sudan (1273 km)
Küste: 2450 km
Hauptstadt: Kairo
Währung: 1 ägyptischer Pfund = 100 Piaster
Landessprachen: Heute spricht man als Umgangssprache einen Ägyptisch-arabischen Dialekt, da die ägyptische Sprache des alter Reiches mit den koptischen im 17. Jh. Ausgestorben ist. Als Geschäfts- und Bildungssprachen sind Englisch und in einem geringeren Maße Französisch verbreitet. Die Schriftsprache ist ein modernes Hocharabisch.
Religion: Islam
Bevölkerung: 67.226.000 (Besteht aus Araber, Nubier, Beduinen)
Bevölkerungsdichte: 67,1 Menschen je km²
Religionszugehörigkeit: Sunnitische Muslin 90%, Christen 10%
Nationalfeiertag: 23. Juli ( Jahrestag der Revolution im Jahre 1952);
6. Oktober ( Tag der Streitkräfte)
Geographische Lage: zwischen 22° und 32° nördliche Breite, sowie 25° und 36° östlicher Länge
Geographische Merkmale:höchster Berg ----- Jabal Katrina 2637 m ;
Längster Fluss ----- Nil 6671 km
Geographie: Ägypten besteht zu zwei drittel aus Wüste mit ihren Kalksteinformationen. Im Südwesten erheben sich härtere Gesteinsarten bis zu einer Höhe von knapp 2000 m. Nach Osten wird die Wüste durch das Niltal begrenzt, einem durchgängig fruchtbaren Landstreifen von nur 8 bis 16 km breite. In diesem schmalen Streifen leben 99% der ägyptischen Bevölkerung. Südlich bis zur sudanischen grenze erstreckt sich der Nasser-Stausee. Nordwärts breitet sich das Nildelta von Kairo bis zur Mündung mit den Küstenstaaten Alexandria im Westen und Port Said im Osten aus. Zwischen Nil und Rotem Meer liegt die arabische Wüste, eine Serie zerfallener Sandstein- und Kalksteinplateaus.
Klima: Ägypten ist fast vollständig dem heißen Wüstenklima ausgesetzt, nur im Norden macht sich das Mittelmeer mildernd bemerkbar. Die Sommer von Mai bis Oktober sind heiß und trocken und Nachts fallen die Temperaturen extrem ab. Die Wintermonate sind vor allem in den Wüstenregionen etwas kühler.

Höhe Temp. Jan. Temp. Juli Niederschläge (Jahr,mm)
Kairo 75 13 28 28

Durchschnittliches
Jahreseinkommen
je Einwohner: 900$ (US)
Größte Städte: Kairo 9.900.000; Alexandria 3.700.000; Al-Jizah 2.144.000
Bruttoinlandsprodukt: 42,92 Milliarden US-Dollar; 614 US-Dollar pro Einwohner
Wichtigste
Außenhandelspartner: Export: EU-Länder; östl. Europa, USA, Japan
Import: EU-Länder, östl. Europa, USA
Ausführgüter: Rohöl und Erdölprodukte, Baumwollgarn, Baumwolle, Textilien, Metallprodukte, chemische Produkte
Einführgüter: Maschinen und Geräte, Nahungsmittel, Düngemittel, Holzwaren Gebrauchsgüter, Kapitalgüter
Industrie: Textilien, Nahrungsmittelverarbeitung, Tourismus, chemische Produkte, Erdöl, Bauwesen, Zement, Metalle
Rohstoffe: Erdöl, Erdgas, Eisenerz, Phosphate, Mangan, Kalkstein, Gips, Talkum, Asbest, Blei, Zink
Verkehr: Ägypten hat das älteste Schienennetz Afrikas (seit 1852) mit einer Gesamtlänge von 8600 km. Das Straßennetz umfasst 44000 km, für den Luftverkehr gibt es in Kairo, Luxor und Alexandria internationale Flughäfen. Die nationale Fluggesellschaft ist die Egypt Air. Die größten Häfen sind Alexandria, Port Said und Suez.
Gesundheit: Für alle Arbeitnehmer besteht Sozialversicherungspflicht. Rentenfinanzierung teilen sich die Arbeitgeber zu je 5% des Lohnes, Invaliden- und Unfallversicherung trägt der Arbeitgeber. Mindestlöhne sind ebenso festgelegt, wie die maximale Wochenarbeitszeit von 42 Stunden. Homosexualität wird strafrechtlich verfolgt. Im Dezember 1997 hat die Regierung die Beschneidung junger Mädchen verboten. 1997 waren immer noch 12% der Landbevölkerung an Bilharziose erkrankt, der afrikanischen Wurmkrankheit, die (unbehandelt) tötlich ausgehen kann.
Bildung: Der Staat garantiert kostenlose Schul- und Universitätsbesuch. Schulpflicht von 6-13 Jahren. Einschulungsquote in Primarbereich bei 100%, im Sekundarbereich bei74%. Insgesamt 13 Hochschulen, davon eine amerikanische Universität. Die 1000-jährige Azhar-Universität in Kairo ist eine der ältesten islamischen Universitäten der Welt.
Analphabetenrate: Männer 36,4%, Frauen61,2%

3 Kommentare 5.9.06 15:32, kommentieren

Die Ägyptische Flagge

Die heutige Flagge Ägyptens zeigt drei waagerechte, gleichbreite Streifen in Rot, Weiß und Schwarz mit dem goldenen Adler Saladins und wurde in ihrer heutigen Form am 4.10.1984 gehisst. Vor dieser Form gab es noch zahlreiche andere Ägyptische Flaggen.
In ihrer Gestaltung geht sie auf die Arabische Befreiungsflagge zurück, die nach Abschaffung der Monarchie im Jahre 1952 eingeführt wurde. Der Adler ist, wie auch in der Arabischen Befreiungsflagge, das Symbol von Sultan Saladin und seiner Nachfahren, der Aijubiden-Kalifen und eine Idolfigur der „Arabischen Einheit“. Speziell für Ägypten haben die Farben folgende Bedeutung: Rot erinnert an die Kämpfe der Revolution und das dabei vergossene Blut, Weiß steht für eine strahlende Zukunft und Schwarz für die dunkle Vergangenheit.

5.9.06 15:31, kommentieren

Der Nil

Der Nil hat eine Gesamtlänge von 6671km, wovon über 5000km durch Ägypten ins Mittelmeer fließt. Da es Ägypten ohne den Nil gar nicht gegeben hätte, hat er für die Ägypter seit über 5000 Jahren eine besondere Bedeutung, denn er ist die Lebensader der Ägypter. Sie nutzen das Land, m Obst, Gemüse und Pflanzen anzubauen. Bauernfamilien können nur durch den Anbau existieren. Der Nil ist in der Schifffahrt trotz Behinderungen durch Wasserfälle und Stromschnellen ein wichtiger Transportweg für Verkehr und Handel.
Früher trag der Nil einmal im Jahr über die Ufer und versorgte so die Felder mit dem fruchtbaren Schlamm des Nils. Dies war allerdings mit dem Bau des Staudammes vorbei.

1 Kommentar 5.9.06 15:31, kommentieren

Die Staudämme

Die Stadt Assuan (auch Asswan) mit ihren 280000 Einwohnern wurde durch den Bau ihrer beiden Staudämme bekannt.
Der erste wurde aus Granit von Ben Briten gebaut und wurde 1902 fertig gestellt. Der zweite Staudamm, der Sad el-Ali-Hochdamm heißt, wurde von 1960 bis 1971 gebaut. Er liegt 7km südlich des alten Staudammes und ist fast 4km lang und 110km hoch. Sein dahinterliegender See ist 500km lang und reicht sogar bis in den Sudan. Seine Wasserfläche beträgt 5000km². Aber es gab auch Unstimmigkeiten wegen des Baus. Man kann durch die Wasserkraft zwar ganz Ägypten mit Strom versorgen und durch die immer gleiche zur Verfügung stehende Wassermenge des Nils konnte die Landwirtschaftliche Anbaufläche vergrößert werden, aber durch den Bau hörten die Überschwemmungen auf und man musste zu künstlichen Düngern greifen, da der Nilschlamm fehlte. Außerdem besteht durch die fehlenden Niederschläge immer wieder die Gefahr der Versalzung der Böden.
Durch den Bau musste außerdem die Tempel von Abu Simpel, die ca. 1250 v.Chr. von Ramses ІІ gebaut wurden, versetzt werden. Dafür wurde die Oberfläche des Hügels und die Inneren Hallen zersägt und 64m höher auf der Oberfläche einer riesigen Betonkuppel wieder aufgebaut. Außerdem wurde durch den Bau des Hochdammes die Insel Philae, die im Nil lag überschwemmt.

5.9.06 15:31, kommentieren

Das ägyptische Totenbuch sollte der Seele auf ihrer Reise ins Jenseits helfen. Dämonen abzuwehren und die Verwesung des Körpers zu verhindern. Vorraussetzung war, dass der verstorbene die Verse des Buches zu Lebzeiten gelernt hatte. Der abgedruckte Ausschnitt ais dem ersten Kapitel stellt eine Art Einführung und Lobpreisung der Götter dar.


Hier beginnen die Sprüche,
Die vom Hinausgang der Seele berichten
Zum vollen Lichte des Tages,
Berichten vom ihrer Auferstehung im Geiste,
Dem Eintritt in die Bereiche des Jenseits,
Von ihren Reisen darin.

Hier sind die Worte zu sprechen
Am Tag der Bestattung,
Da in die Welten des Jenseits die Seele einzieht,
Vom Leibe getrennt.

Gruß dir, Osiris , du Stier der Amenti!
Durch meinen Mund spricht
Der Ewigkeit Fürst, mächtiger Thoth!
Ein Gott bin ich fürwahr, die Sonnenbarke begleitend,
während sie das Himmelsgewölbe durchzieht.
Einer bin ich der großen Götter der Urzeit,
Welche am Tag des Worte-Abwägens
Osiris bestehn, ihm helfen den Feind zu bezwingen.
Nun leb ich, Osiris, in deiner Umfassung.

Den andren, von Nut geborenen Göttern
Gleich ich, die deine Feinde zerschmettern
Und die Dämonen bezwingen;
Denn ich gehöre zu deinem Gefolge, oh Horus;
In deinem Namen schreite ich kämpfend fort.

Thoth bin ich wahrhaft! Durch mich
Bezwingt seine Feinde Osiris, indem die Worte
Gewogen werden im großen Tempel von Junu.
Deschedi bin ich, zugleich auch Dschedi’s Sohn;
Nut, meine Mutter, erzeugte mich; sie gebar mich
In der heiligen Stadt von Dschedu.
Wahrlich bin ich ein Geist in der Rekht-Region,
Ein Geist unter jenen, die schluchzend beklagen
Den Tod des Osiris
Ihm helfend den Feind zu bezwingen.
Seht, Ra und Thoth, den großen gesandt,
Die Feinde Osiris zu schlagen!
Nun hilft mir der große Thoth,
Meinen Feind zu bezwingen.

Am Tag der Bekleidung des göttlichen Leichnams Osiris’
Steh ich an Seiten des Horus,
Laß überfließen die Brunnen,
Um das „göttliche Wesen mit dem still gestandenen Herzen“
Badend zu reinigen.
Seht, ich ziehe die Riegel der Pforte, Welche den Zugang erschließt
Zu der Rätseln der Welten des Jenseits!
Zurzeit, wo Horus in Sekhem
Den Feinden den linken Arm des Osiris entreißt,
Bleib ich an Seiten des Horus.
Ohne Schaden dringe ich ein und wandle
Inmitten der flammenden Götter
Am Tag der Dämonenvernichtung in Sekhem.
Ständig begleite ich Horus
Zurzeit der Feste Osiris’.
Am sechsten Tag des Denit’-Feste
Im Tempel Heliopolis’ bring ich die Opfergaben.
Priester bin ich im Tempel von Deschnu,
Den Trankopfern steh ich vor.
Am Tag, wo die Erde die höchste Höhe erreicht,
Enthüllen in Re-Stau sich nun die Mysterien.
In Dschedu sprech ich als Priester der Toten,
Zu sorgen um sie.
Dem Osiris geweihte Gebete.
Des geheimen Wissens zugleich bin ich Meister,
Wenn das Sokari-Boot durch die Schlitten ersetzt wird.
Am Tage des Festes erhalt ich den Spaten,
Um in Hneni-Nesu die Erde zu graben.

Übersetzt und kommentiert von Gregoire Kolpaktchy. Bern München-Wien 1970,
S.59 ff.
Encarta Enzyklopädie Professional 2004

5.9.06 15:27, kommentieren



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